Maskulismuskritik in der NEON

In der neuen NEON gibt es einen Artikel über die sogenannten Maskulisten:

Maskulisten kämpfen für die Schwachen: Die Männer. Weil Männer in Deutschland diskriminiert werden. Wirklich. Und deshalb gibt es die Männerrechtsgruppe MANNdat. Die 400 Mitglieder leiden unter „real existierendem Feminismus“ – und wollen Gleichberechtigung. Bei der Scheidung, im Bezug auf Wehrdienst, Beschneidung und Sitze im Rettungsboot. Ihre Taktik im Kampf gegen die Unterdrückung besteht aus Protestbriefen, Auftritten in Talkshows und dem Zitieren von Statistiken, die die Theorie stützen sollen. Und ein bisschen auch aus Jammern, weil Frauen damit ja auch erfolgreich waren.1

Ich habe den Artikel zwar nicht gelesen, finde es aber prinzipiell gut, dass diese kruden Vorstellungen ein Stück weit bekannter werden und sich auch NEON-Normalverbraucher_in der Lächerlichkeit des ganzen maskulistischen Unternehmens bewusst werden kann.

Das vermutlich unvermeidliche Problem eines solchen Artikels in einer Zeitschrift wie der NEON ist vielleicht, dass bei den Lesenden der Eindruck entsteht, antifeministische und reaktionär-männliche Einstellungen seien ausschließlich das „Problem“ einer albernen Außenseitergruppe, während die „Mitte“ der Gesellschaft feministische Forderungen akzeptiert, die Gleichberechtigung vollends realisiert und die patriarchal-machistische Männlichkeit hinter sich gelassen habe. Und dieser Eindruck ist ja leider falsch.

  1. http://www.neon.de/kat/sehen/gesellschaft/geschlechterrollen/311985.html, zuletzt aufgerufen am 12.07.2010. [zurück]

5 Antworten auf „Maskulismuskritik in der NEON“


  1. 1 Helge 12. Juli 2010 um 20:21 Uhr

    Von „lächerlichen Maskulisten“ wird man bald nicht mehr reden, denn ihre Argumente sind hieb- und stichfest.
    Alle sozialen Indikatoren zeigen inzwischen eine Bevorteilung von Frauen und Mädchen an: Bildungsabschlüsse, Gesundheitlicher Zustand, Integration in den Arbeitsmarkt, rechtliche Privilegierungen, mediale Repräsentanz
    Hinter den Maskulisten steht keine milliardenschwere staatliche Förderbürokratie.
    Es gehört heute zum guten Ton, männliche Eigenschaften zu dämonisieren bzw. abzuwerten. Wenn heute irgendetwas Mut erfordert, dann, sich für die Sache der Männer einzusetzen. Das scheint in das Herz unserer übersättigten Spießerzeit zu treffen.

    Liebe rosazelle, ich darf um Beweise für den reaktionären und dümmlichen Charakter der Maskulisten bitten. Anderenfalls hättest du vielleicht etwas dazu zu lernen, z.B. bei Manndat.

    Gruß Helge

  2. 2 Goofos 12. Juli 2010 um 22:17 Uhr

    Das unvermeidliche Problem mit so einer Zeitschrift ist, dass man nur einer bestimmten Zielgruppe das zum lesen vorgibt was sie lesen will. Welche Zielgruppe die NEON-Normalfeministin ist, dürfte ja klar sein. Das ist dann die, die das ganze maskulistische Unternehmen als Lächerlich aufnehmen möchte. Also die Gleichberechtigung von Männern, bei der Scheidung, im Bezug auf Wehrdienst, Beschneidung und Sitze im Rettungsboot.

    Ich will nicht alle NEON Leser über einen Kamm scheren. Die Kommentare dort sehen das wohl etwas anders als die eigentliche Zielgruppe der NEON Feministin, die der Artikel wahrscheinlich bedienen wollte. Fragt sich am Ende nur ob der Artikel vielleicht etwas nach hinten los gegangen ist.

    Als Maskulist sehe ich das dann doch etwas locker. Meine männlichen Aggressionen kommen dabei nicht mal ein bischen in Wallung. Ich brauche noch nicht mal jemanden beschimpfen oder gar eine Frau unterdrücken. Selbst das Schweinchenrose auf der Seite hier ertragen meine Augen. Ganz so schlimm kann der Artikel dann nicht sein.

  3. 3 Die SteinBus 14. Juli 2010 um 21:42 Uhr

    Hihi helges meinung find ich doof.

    im auftrag,

    die steinbus

  4. 4 Manifold 18. Juli 2010 um 21:54 Uhr

    Wie amüsant.

    Nur mit extremer Realitätsverweigerung und Dauerverblendung kann man heute noch so tun, als wäre die Diskriminierung und Entrechtung des Mannes in Europa kein Problem.

    Aber keine Angst. Solche Leute sind nicht die Zielgruppe des Maskulismus. Sobald wir eine Mehrheit der jungen Männer von unserer Position überzeugt haben, wird das Ganze nur noch eine Generationenfrage sein.

    Man wird noch von uns hören.

    Grüsse von einem Maskulisten,
    Manifold

    Die Söhne von Perseus

  5. 5 onyx 20. Juli 2010 um 20:13 Uhr

    Man hört jetzt schon mehr von Maskulisten, als denen lieb sein dürfte.
    Zum Beispiel hier:

    http://www.emma.de/hefte/ausgaben-2010/sommer-2010/frauenimnetz/

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