Tag-Archiv für 'audio'

Zum Gehirn was auf die Ohren

Für alle vielbeschäftigten Genderist_innen, die keine Zeit zum Lesen haben, sich aber trotzdem gute Argumente zum Thema „Hirnforschung“ und „biologische Geschlechterdifferenz“ wünschen, hier ein paar Links zu interessanten Podcasts:

Kerstin Palm – Was kann die biologische Forschung über Geschlechterunterschiede aussagen?

Sigrid Schmitz – Was ist dran am kleinen Unterschied? (Quelle: hier)

Außerdem will ich außdrücklich auf die Vorträge von Heinz-Jürgen Voß hinweisen:

Heinz-Jürgen Voß – Biologisches Geschlecht ist gesellschaftlich hergestellt.

Heinz-Jürgen Voß – Das Geschlecht der Gleichen.

Homophobia vs. Emo 2.0

Es gibt seit letztem Jahr ein neues Buch zum Phänomen Emo, das ganz interessant zu sein scheint – nicht zuletzt, da es die Homophobie thematisiert, mit der männliche Emos konfrontiert sind.1 Gelesen hab ich es noch nicht – aber einen Vortrag von Martin Büsser dem unter anderem von ihm herausgegebenen Buch, den die Seite Audioarchiv.blogsport zur Verfügung stellt, gibt es hier:

Mar­tin Büs­ser: Emo – Por­trait einer neuen Ju­gend­be­we­gung

Unter http://audioarchiv.blogsport.de/2010/03/09/empfindsamkeit-vs-sinnlichkeit ist zu lesen:

Mar­tin Büs­ser, Mither­aus­ge­ber des Sam­mel­ban­des „Emo – Por­trait einer Szene“ hielt am 04.​03.​2010 im Red Roxx in Er­furt einen Vor­trag, in dem er an­hand des Sam­mel­ban­des und den damit ver­bun­de­nen Feld­for­schun­gen die Emos gegen ihre Fein­de ver­tei­dig­te. Er stellt darin „zwei Ge­schich­ten“ der Emo-​Kul­tur vor – ein­mal als eine Be­we­gung die sich in den 80er Jah­ren aus der Punk- und Hard­core­sze­ne ent­wi­ckel­te und sich in Ab­gren­zung zu ihr be­fand und ein­mal als eher dif­fu­ses mas­sen­kul­tu­rel­les Phä­no­men, wel­ches seit der Jahr­tau­send­wen­de Be­ach­tung fand und sich mehr oder we­ni­ger un­ab­hän­gig von der ur­sprüng­li­chen Emo-​Be­we­gung kon­sti­tu­ier­te. Büs­ser stellt dabei die af­fekt­haf­te Feind­schaft ge­gen­über den Emos in einen Zu­sam­men­hang mit einer all­ge­mein vor­herr­schen­den Ho­mo­pho­bie und spricht sich für die Emo-​Kul­tur aus.


Quelle: Wikimedia Commons.

Vielleicht noch interessanter ist folgender Vortrag von Magnus Klaue – auch wenn ich mich an den Adornoesken Jargon ein bißchen gewöhnen musste und ich beim ersten Hören auch bestimmt nur die Hälfte verstanden habe:

Ma­gnus Klaue: Ver­füh­re­ri­sche Kälte – Zur Äs­the­tik des Dan­dy­is­mus und ihre post­mo­der­ne Ab­schaf­fung

Hier auch wieder der Kommentar von Audioarchiv.blogsport :

Ma­gnus Klaue übt in die­sem Vor­trag, den er am 04.​02.​2010 in der ACC Ga­le­rie in Wei­mar im Rah­men der Reihe Kunst | Spek­ta­kel | Re­vo­lu­ti­on ge­hal­ten hat, Kri­tik an Mar­tin Büs­sers Re­zep­ti­on der Emo-​Kul­tur und wirft ihm vor diese zu af­fir­mie­ren ohne sie zu in­ter­pre­tie­ren. Er grenzt dabei die Be­grif­fe „Emo­tio­na­li­tät“ und „Emp­find­sam­keit“ von dem der Sinn­lich­keit ab: „Die Ideo­lo­gie der Emp­find­sam­keit lügt sich Sinn­lich­keit zur Sen­si­vi­tät zu­recht“ und stellt dem Emo schließ­lich die Fi­gu­ren des Dan­dys und der Vamp ent­ge­gen, von denen die Emo­kul­tur „we­sent­li­che At­tri­bu­te borgt, den sie je­doch zu­gleich um seine Ra­di­ka­li­tät bringt.“ Die an­schlie­ßen­de Dis­kus­si­on dreht sich vor Allem um Klau­es Kri­tik an den Kon­zep­ten Queer, An­dro­gy­ni­tät und Po­ly­amo­rie.

Nachtrag:

Zwei Artikel aus der Jungle World, von Martin Büsser und Roger Behrens, findens sich hier und hier.

  1. Büsser, Martin / Engelmann, Jonas / Rüdiger, Ingo / Nowack, Jana (2009): Emo: Porträt einer Szene. Mainz: Ventil-Verlag. [zurück]