Tag-Archiv für 'backlash'

Lila Pudel ♥

Wenn ich es mir so überlege, sind Pudel eigentlich sympathische und vermutlich sogar recht intelligente Tiere. Maskulisten sind jedoch bekanntermaßen anderer Meinung, für sie ist die Bezeichnung „Pudel“, insbesonders „Lila Pudel“, ein Schimpfwort. Hinrich Rosenbrock schreibt in seiner kürzlich erschienenen Expertise:

So werden Männer, die dem Feminismus nahe stehen oder auch nur als politische Gegner identifiziert werden, als „Lila Pudel“ bezeichnet. Diese Degradierung spricht den Betroffenen ihre Eigenständigkeit, ihre Männlichkeit und ihre Menschlichkeit ab.1

Ein Blick in das maskulistische Wiki „WikiMANNia“ bietet uns eine sehr plastische Darstellung:

Ein Lila Pudel ist ein männliches Wesen, welches sich dem Feminismus andient, ohne dessen Glaubwürdigkeit und Wahrhaftigkeit zu überprüfen. […] Er kniet gern vor Frauen nieder, wenn er sich Vorteile davon verspricht und überläßt ihnen jede Definitionshoheit. Lila Pudel klatschen sogar Beifall, wenn eine Feministin die Minderwertigkeit des Mannes mit absurden Y-Chromosomen-Theorien erläutert. […]

Und weiter:

Der größte Feind des Arschkartenmannes [also desjenigen Mannes, der angebliches Opfer der angeblichen feministischen Vorherrschaft ist, r*z] ist jedoch der kleine männliche Kläffer im Schoß des Feminismus, ja dieser kleine schrill kläffende Pudel. Er beißt grundsätzlich nur von hinten in die Wade. Sein Lila-Schleifchen, meist am Geschlechtsteil befestigt, lässt die Besitzerin erkennen, vor allem wenn er auf Geheiß Männchen macht.2

Sicher – das ist nicht nett. Und sicher, die Maskulisten wollen mit dem Begriff alle (im weitesten Sinne) pro-feministische Männer beleidigen. Wenn Rosenbrock aber schreibt, der Begriff würde Männern ihre Männlichkeit absprechen (s.o.), dann sollte man sich darüber nicht beklagen, wie ich finde. Denn mit der darin implizierten Angst vor Männlichkeitsverlust würde man viel zu sehr in der unentspannten maskulistischen Denke verbleiben.
Ich dagegen finde weiterhin: Pudel sind nette Tiere und lila Pudel sehen dazu noch recht hübsch aus. Auch wenn es beleidigend gemeint ist, fühle ich mich nicht beleidigt, sondern bin eher amüsiert. Vielleicht werde ich mich in Zukunft sogar selbst als „Lila Pudel“ bezeichnen, vielleicht hat der Begriff sogar das Potenzial, ein Geusenwort zu werden und als politische Selbstbezeichnung zu fungieren. „Lila Pudel und stolz darauf“ heißt es also!

  1. Rosenbrock, Hinrich (2012): Die antifeministische Männerrechtsbewegung. Denkweisen, Netzwerke und Online-Mobilisierung. Expertise für die Heinrich-Böll-Stiftung. Schriften des Gunda-Werner-Instituts, Band 8. (als pdf downloadbar unter: http://www.boell.de/downloads/Antifeminismus-innen_endf.pdf), S. 15. [zurück]
  2. beide Zitate sind dem Eintrag „Lila Pudel“ der WikiMANNia entnommen. URL: http://wikimannia.org/Lila_Pudel (zuletzt aufgerufen am 12.02.2012). [zurück]

Im Bann der grünen Sex-Technokratie (Achtung: Ironie!)

Au weia!! Die Gender(terror)isten sind weiter auf dem Vormarsch – jetzt hat ihre Partei, die Grünen, ja in BaWü quasi die Wahl gewonnen und kann endlich ungestört mit der bösen Geschlechtspfuscherei loslegen, wie ich letztens bei Focus.de las:

Der künftige Stuttgarter Ministerpräsident Winfried Kretschmann mag bodenständig sein und wertkonservativ. Daran zu zweifeln, gibt es vorerst keinen Grund. Seine Partei aber ist das Gegenteil. Im Namen falsch verstandener Gleichberechtigung propagiert sie Lebensstil und Weltanschauung winziger gesellschaftlicher Gruppen, die zu definieren nicht jedem ihrer Wähler gelingen dürfte. Es handelt sich laut baden-württembergischem Wahlprogramm um „Schwule, Lesben, Bisexuelle, Intersexuelle, Transsexuelle und Transgender“. […]
Mit den letzten vier Begriffen ist ein Bevölkerungsanteil im Promillebereich gemeint, der – das wird man sagen können – seine eigene Sexualität als so problematisch empfindet, dass er daraus gesellschaftliche Forderungen meint ableiten zu können. Die Grünen wollen nun fast alles tun, damit „Bisexuelle, Transgender, transsexuelle und intersexuelle Menschen“ sich im Ländle pudelwohl fühlen: ein Klientelismus der gröberen Art, die Regentschaft des Randes über die Mitte.1

Stimmt genau! Aber ich möchte Herrn Kisslers Ausführungen ergänzen: Besonders gefährlich ist ja die perfide Ideologie, mit der diese sexuellen Randgruppen versuchen, in der Gesellschaft Mitleid zu erheischen, wenn sie etwa von „Diskriminierung“ reden, der sie angeblich ausgesetzt seien – oder wenn sie gar mit solch Wortmonstern wie „Transphobie“ und „Heterosexismus“ kommen!

Für das Folgende aber kann ich Herrn Kissler nur loben, entlarvt er doch in unnachahmlicher Weise die totalitäroid-technokratische Regulierungsswut der Gendergrünen, wenn er deren voraussichliches Programm beschreibt und dabei noch einmal unterstreicht, dass für ihn und seine (mutmaßlich, ziemlich) laid-back-libertinäre Peergroup eine derartig zwanghafte Beschäftigung mit dem Geschlechtlichen nicht in Frage kommt2:

Der Staat soll sämtliche Kleinkinder, Kinder und Jugendliche von morgens bis abends, von der ersten bis zur letzten Stunde mit Intimität bedrängen. Die Schule soll Ort sein einer totalen Ideologisierung des Sexuellen – vor Auge, Ohr und Seele minderjähriger, heranreifender Menschen.
[…]
Erschütternd unaufgeklärt, bizarr unterleibsfixiert sind die Grünen anno 2011. Sie stecken mit ihrem „Leitbild für ein buntes neues Baden-Württemberg“ fest im Morast des eigenen Herkommens – in jener lange überwundenen Epoche, als die Altvorderen meinten, der Weg zu mehr Freiheit in der Gesellschaft brauche das stete öffentliche Bereden und Herzeigen des Menschenleibs, gerne nackt, gerne minderjährig. Damals war die Neuheit größer als das Skandalon. Heute aber den Staat als pansexuellen Wächterrat inthronisieren zu wollen, spricht für fast schon reaktionäre Borniertheit und ist eine alte Sackgasse, kein neuer Weg.3

  1. http://www.focus.de/politik/theeuropean/die-totale-aufklaerung-freiheit-ist-nicht-gruen_aid_615620.html#comments (04.05.2011) [zurück]
  2. und zum Glück hat er, wie es scheint, auch seinen Foucault gelesen! [zurück]
  3. ebd. [zurück]