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Im Bann der grünen Sex-Technokratie (Achtung: Ironie!)

Au weia!! Die Gender(terror)isten sind weiter auf dem Vormarsch – jetzt hat ihre Partei, die Grünen, ja in BaWü quasi die Wahl gewonnen und kann endlich ungestört mit der bösen Geschlechtspfuscherei loslegen, wie ich letztens bei Focus.de las:

Der künftige Stuttgarter Ministerpräsident Winfried Kretschmann mag bodenständig sein und wertkonservativ. Daran zu zweifeln, gibt es vorerst keinen Grund. Seine Partei aber ist das Gegenteil. Im Namen falsch verstandener Gleichberechtigung propagiert sie Lebensstil und Weltanschauung winziger gesellschaftlicher Gruppen, die zu definieren nicht jedem ihrer Wähler gelingen dürfte. Es handelt sich laut baden-württembergischem Wahlprogramm um „Schwule, Lesben, Bisexuelle, Intersexuelle, Transsexuelle und Transgender“. […]
Mit den letzten vier Begriffen ist ein Bevölkerungsanteil im Promillebereich gemeint, der – das wird man sagen können – seine eigene Sexualität als so problematisch empfindet, dass er daraus gesellschaftliche Forderungen meint ableiten zu können. Die Grünen wollen nun fast alles tun, damit „Bisexuelle, Transgender, transsexuelle und intersexuelle Menschen“ sich im Ländle pudelwohl fühlen: ein Klientelismus der gröberen Art, die Regentschaft des Randes über die Mitte.1

Stimmt genau! Aber ich möchte Herrn Kisslers Ausführungen ergänzen: Besonders gefährlich ist ja die perfide Ideologie, mit der diese sexuellen Randgruppen versuchen, in der Gesellschaft Mitleid zu erheischen, wenn sie etwa von „Diskriminierung“ reden, der sie angeblich ausgesetzt seien – oder wenn sie gar mit solch Wortmonstern wie „Transphobie“ und „Heterosexismus“ kommen!

Für das Folgende aber kann ich Herrn Kissler nur loben, entlarvt er doch in unnachahmlicher Weise die totalitäroid-technokratische Regulierungsswut der Gendergrünen, wenn er deren voraussichliches Programm beschreibt und dabei noch einmal unterstreicht, dass für ihn und seine (mutmaßlich, ziemlich) laid-back-libertinäre Peergroup eine derartig zwanghafte Beschäftigung mit dem Geschlechtlichen nicht in Frage kommt2:

Der Staat soll sämtliche Kleinkinder, Kinder und Jugendliche von morgens bis abends, von der ersten bis zur letzten Stunde mit Intimität bedrängen. Die Schule soll Ort sein einer totalen Ideologisierung des Sexuellen – vor Auge, Ohr und Seele minderjähriger, heranreifender Menschen.
[…]
Erschütternd unaufgeklärt, bizarr unterleibsfixiert sind die Grünen anno 2011. Sie stecken mit ihrem „Leitbild für ein buntes neues Baden-Württemberg“ fest im Morast des eigenen Herkommens – in jener lange überwundenen Epoche, als die Altvorderen meinten, der Weg zu mehr Freiheit in der Gesellschaft brauche das stete öffentliche Bereden und Herzeigen des Menschenleibs, gerne nackt, gerne minderjährig. Damals war die Neuheit größer als das Skandalon. Heute aber den Staat als pansexuellen Wächterrat inthronisieren zu wollen, spricht für fast schon reaktionäre Borniertheit und ist eine alte Sackgasse, kein neuer Weg.3

  1. http://www.focus.de/politik/theeuropean/die-totale-aufklaerung-freiheit-ist-nicht-gruen_aid_615620.html#comments (04.05.2011) [zurück]
  2. und zum Glück hat er, wie es scheint, auch seinen Foucault gelesen! [zurück]
  3. ebd. [zurück]

Gay Caveman?

Soeben las ich über den Fund eines, wie es hieß, „schwulen Höhlenmenschen“:

In einem Vorort von Prag haben die Wissenschaftler Gräber der Schnurkeramischen Kultur ausgegraben, die aus dem Zeitraum zwischen 2900 und 2500 vor Christus stammen. Dabei stießen sie auf eine ungewöhnliche letzte Ruhestätte: „Wir haben das Grab eines Mannes entdeckt, der wie eine Frau positioniert wurde. Darin sind keine geschlechtsspezifischen Grabbeigaben enthalten, weder Schmuck noch Waffen“, erklärte Kamila Remišová Věšínová vom Archäologenverband „Česká archeologická společnost“. Lediglich Krüge seien der Leiche beigelegt worden. „Basierend auf unseren Daten, gehen wir davon aus, dass der Begrabene ein Mitglied eines sogenannten Dritten Geschlechts ist, als jemand, der eine andere sexuelle Orientierung hat, transsexuell ist oder ein Mensch, der eine andere Identität hatte als der Rest der Gesellschaft. „1

Was die Archäolog_innen vor Ort sagen mag ja noch einigermaßen akzeptabel sein, doch wie der Fund des „gay caveman“ medial verhandelt wurde, ist ziemlich gruselig. Es kam mir so vor, als würde hier eine Art „Missing Link“ präsentiert, eine Art schwuler Archäopteryx, der „erste seiner Art“. Gruselig finde ich das, weil es – mal wieder – die vermeintliche, im doppelten Wortsinne, Andersartigkeit „der Schwulen“ im öffentlichen Diskurs untermauert: „Sieh da“, so lautet m.E. die unterschwellige Botschaft, „es gibt sie schon seit der Steinzeit, sie müssen sich also mindestens so sehr von uns unterscheiden, wie die Neanderthaler!“
Was soll z.B. dieses süffisante „Normal sei das nicht!“ mit dem der tagesschau.de-Beitrag beginnt? Und diese nervige Strapazierung des leidigen „Andersrum liegens“, „wie eine Frau“? Noch blöder, weil noch mehr die Aussagen der Archäolog_innen entsprechend der heteronormativen Mainstream-Dummheit verdrehend, ist, finde ich, dann nur noch ein Artikel wie dieser hier: Überlegen die Forscher_innen lediglich, dass der „Höhlenmensch“ irgendwie gendermäßig nicht ganz ins Männlein-Weiblein-Schema passt, wird hier munter Gender und sexuelle Orientierung zusammengeworfen; der Artikel beginnt wie folgt: „Liebe unter Männern gab es schon in grauer Vorzeit. Das bestätigt ein neuer archäologischer Fund“2. Dem ganzen die Krone setzt aber folgender Absatz auf, weil er auf platt-peinliche Weise die heutigen sexistischen und homophoben Verhältnisse auf die Zeit vor 5000 Jahren projiziert: „Zeichen für die Homosexualität ist gemäss den Wissenschaftlern aber nicht nur die weibliche Bestattungsform, sondern auch die Wahl der Grabbeigaben. Der schwule Höhlenmensch wurde mit Haushalts-Utensilien beerdigt.“3

  1. http://www.queer.de/detail.php?article_id=14008 (17.04.2011) [zurück]
  2. http://www.blick.ch/life/wissen/schwuler-hoehlenmensch-geoutet-170112(17.04.2011) [zurück]
  3. ebd. [zurück]